Information für die Medien zu den Gedenkveranstaltungen am 16. März für die von den Nationalsozialisten mobilisierten lettischen Soldaten

15.03.2016. 17:37

Lettland verurteilt konsequent die Verbrechen beider totalitären Regime des 20. Jahrhunderts gegen die Menschheit, den Holocaust und gedenkt an die Opfer der Regime. Der lettische Staat unterstützt und fördert Aufarbeitung, Forschungen sowie Informations- und Gedenkveranstaltungen zum Holocaust.

Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit hielt die Regierung Lettlands sich konsequent daran, dass der lettische Staat seinen gefallenen Soldaten am Lāčplēša-Tag (11. November) – dem Gedenktag für gefallene Helden, gedenkt. Der 16. März ist in Lettland kein offizieller Gedenktag. Die höchsten Amtspersonen des Staates und die Regierungsmitglieder nehmen an den Veranstaltungen am Freiheitsdenkmal nicht teil. Gleichzeitig garantiert die Verfassung Lettlands die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Es ist wichtig die Verbrechen und das Gedenken an die Kriegsgefallenen zu trennen.

Es ist allgemein bekannt, dass Lettland die Okkupation durch beide totalitären Regime – die Sowjetunion und das nationalsozialistische Deutschland – erlebt hat. Als Staat wurde Lettland vernichtet und in den verbrecherischen Zweiten Weltkrieg hineingerissen. Beide totalitären Regime haben durch unmenschliche Repressionen, andauerndem Terror, ständigen Einschüchterungen und Erniedrigungen, entgegen den sämtlichen internationalen Rechten, die Einwohner Lettlands widerrechtlich mobilisiert oder gezwungen sich den Streitkräften eines oder anderes Staates anzuschließen.

Die Aufarbeitung konnte erst nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts beginnen. Lettland hat aus seiner tragischen Vergangenheit gelernt und verurteilt jede Form von Radikalismus und Politisierung der Geschichte.

Der Film „Die lettische Legion” („Latviešu leģions”) zeigt die tragische Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Lettland. 

Während des Zweiten Weltkriegs fanden im besetzten Lettland viele Tragödien statt, die alle Bewohner betrafen – drei grausame Besatzungen, Holocaust, illegale Mobilisierung in fremde Armeen, Massendeportationen von Zivilbevölkerung, die zum Verlust eines Drittels der Bevölkerung führten. Eine dieser tragischen Geschichten ist auch die illegal gebildete, sogenannte lettische Legion.

Hintergrundinformationen von Historikern zum 16. März