Ansprache der Botschafterin Elita Kuzma in der Berliner Philharmonie anlässlich des lettischen Nationalfeiertages

29.10.2015. 18:54

Sehr geehrter Intendant Hoffmann,

Sehr geehrter Maestro Nelsons,

Sehr geehrte Solistin Skride,

Sehr geehrte Staatssekretärin Dunger-Löper,

Sehr geehrte Musiker,

Sehr geehrte Exzellenzen,

Liebe Honorarkonsuln Lettlands,

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude Sie hier in der Berliner Philharmonie nach diesem herausragenden Konzert begrüßen zu dürfen.

Wir sind heute zusammengekommen um die hohe Kunst, den Erfolg der lettischen Musiker und die Gründung des lettischen Staates, dass am 18. November 1918, dem Krieg und fremder Armeen trotzend, feierlich proklamiert wurde. In der Jahreszeit, wo die Tage kürzer werden und man mehr Zeit zum Nachdenken hat, ist das lettische Volk entscheidende Wege gegangen und längst gesetzte Ziele erreicht. In Bälde - in 2018 – werden wir das 100. Jubiläum des unabhängigen Staates feiern.

Die gemeinsame Rückkehr von Andris Nelsons und Baiba Skride mit einem der besten Orchester der Welt hier in Berlin bietet uns einen herausragenden Anlass, einen Rückblick auf lettisches Kulturprogramm der letzten Jahre zu werfen, als europäische Kulturhauptstadt Riga und der lettische EU-Ratsvorsitz in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und darüber hinaus hochkarätig erklang. Wir bedanken uns bei unseren Partnern, die solch breites Kulturprogramm auch in Deutschland ermöglicht und mit uns zusammen gefeiert haben. Wir bedanken uns bei Violistin Baiba Skride, die die Konzerte mit ihren Auftritten bereichert hat.

Seit der Wiederaufnahme der deutsch - lettischen diplomatischen Beziehungen, deren 25. Jubiläum nächstes Jahr begangen wird, und seit der Akkreditierung des ersten entsandten westeuropäischen Botschafters in Riga, Graf Lambsdorff von der Wenge, konnten wir immer das deutsche Verständnis für unser Anstreben spüren, nicht nur einen unabhängigen, sondern auch einen selbstständigen und wettbewerbsfähigen Staat aufzubauen. Zu den aktuellen Kooperationsrichtungen möchte ich die duale Ausbildung, die Stärkung der Medien und der Verteidigung erwähnen, die auch bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen hilft.

Solch staatliches und menschliches Vertrauen ist in Europa auch heutzutage nicht selbstverständlich.

Deswegen wissen wir das hoch zu schätzen und stehen unseren Partnern zur Seite, die europäischen Errungenschaften solidarisch zu hüten, sowohl im Sinne der aktuellen als auch der globalen Tagesordnung. Daher ist Europa verpflichtet, alle außenpolitischen, sicherheitspolitischen und entwicklungspolitischen Mittel zu mobilisieren. Lettland hat bisher einen Beitrag zur europäischen Einigkeit geleistet und wird das auch zweifellos weiterhin tun, um das vereinte Europa aufrecht zu halten. Solches Europa ist für uns alternativlos und wir bezeigen dem luxemburgischen EU-Ratsvorsitz unsere volle Unterstützung.

Meine Damen und Herren,

die deutsch - lettische Kooperation im Bereich der Musik hat viele Bezeugungen. Erlauben Sie mir Mariss Jansons, Kristīne Opolais, Elīna Garanča und Inga Kalna, aber auch die renommierten lettischen Chöre hervorzuheben. Der Ehrengast des heutigen Abends Maestro Nelsons wurde vor kurzem zum neuen Chefdirigenten des traditionsreichen Leipziger Gewandhausorchesters ernannt.

Des Weiteren, bekommt Lettland in diesem Herbst einen neuen Juwel – die Konzerthalle „Der Große Bernstein“ in der Hafen-  und Musikstadt Liepāja / Libau. Die von Musikologen bereits hochgelobte Akustik und Bühnentechnologien wurden vom weltbekannten deutschen Unternehmen erschaffen. Zu unserer großen Freude wurde der Kammermusiksaal mit einem Konzert eines Quintetts der Berliner Philharmoniker eröffnet. Diese Investition ins Geistesleben Lettlands wird auch Auftritte weltweit renommierter Orchester ermöglichen und wir hoffen, dass Libau auch das ganze Orchester begrüßen dürfen wird.

Ich bedanke mich für Ihr Kommen und möchte das Wort an Herrn Intendant Hoffmann übergeben. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend!