Mit Ovationen endet das Gastspiel der Lettischen Nationaloper „Valentīna” in der Deutschen Oper Berlin

22.05.2015. 11:22

Am 19. Mai dieses Jahres fand in der Deutschen Oper Berlin im Rahmen des Kulturprogramms der lettischen EU-Ratspräsidentschaft das Gastspiel der Lettischen Nationaloper, die Oper „Valentina“ des Komponisten Artūrs Maskats, statt.

Diese Aufführung war das bedeutendste Projekt des Kulturprograms der lettischen EU-Ratspräsidentschaft in Deutschland und wurde unter der Schirmherrschaft des deutschen Außenministers Dr. Frank-Walter Steinmeier und des Außenministers der Republik Lettland Edgars Rinkēvičs realisiert. Dadurch wird sowohl der politisch bedeutende Charakter der deutsch-lettischen Beziehungen betont, als auch 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs an die tragischen geschichtlichen Ereignisse im Kontext der europäischen Geschichte erinnert.

Das Gastspiel der Lettischen Nationaloper führte ein breites Publikum zusammen. Anwesend war die Leitung des Internationalen Auschwitz Komitees, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, des Jüdischen Museums Berlin und weiteren Organisationen zur Erinnerung an den Holocaust und Bildungsorganisationen, Bundestagsabgeordnete und Vertreter des Außenministeriums, der israelische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und weitere Vertreter des diplomatischen Dienstes, Journalisten, Sozialarbeiter und Vertreter der lettischen Diaspora. Um die Erinnerung an den Holocaust unter jungen Menschen zu pflegen, besuchten Schüler des Heinz-Berggrün-Gymnasiums die Aufführung. Auf Einladung des Lettischen Außenministers besuchte ebenfalls Tamara Beruchashvili, Außenministerin der Republik Georgien, die Opernaufführung.

„Die Oper „Valentīna“ und die Lebensgeschichte Valentīna Freimanes sind uns damit Mahnung und Ansporn, dass Frieden und Demokratie in Europa keine Selbstverständlichkeit sind, sondern wir diese wieder und wieder verteidigen müssen.Dass sich Lettland entschieden hat, einen der kulturellen Höhepunkte der Ratspräsidentschaft hier in Berlin zu begehen, freut mich umso mehr. Vor dem Hintergrund unserer Geschichte ist dies keine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr eine große Ehre. Und es unterstreicht die tiefe  freundschaftliche Verbindung unserer beiden Länder“, betonte Dr. Frank-Walter Steinmeier, Außenminister der Bundesrepublik Deutschland in seiner Rede.

Diese Oper bestätigt auf kulturelle Weise, dass Lettland ein vertrauenswürdiger und stabiler Partner für den Schutz eines vereinten und freien Europas ist. Die Aktualität der europäischen Werte angesichts der internationalen Situation unterstreichend, betonte der Außenminister der Republik Lettland, Edgars Rinkēvičs: „Wir müssen gegen jede Form der Intoleranz, des Rassismus’ und antisemitischer Äußerungen angehen. Demokratie, Freiheit und Stabilität müssen weiterhin gestärkt werden. Die Verbrechen des Nationalsozialismus und des Stalinismus dürfen sich niemals wiederholen.“

Die Oper wurde von Valentīna Freimane, einer Legende der lettischen Kulturszene, und ihrer Lebensgeschichte inspiriert und gewährt Einblick in ein tragisches Kapitel der lettischen Geschichte, als die Menschen in Lettland zwischen den Jahren 1939 und 1944 unter zwei totalitären Regimen litten.

Valentīna Freimanes Autobiografie „Adieu, Atlantis. Erinnerungen“, die als Vorlage für Teile der Oper diente, erschien dieses Frühjahr in deutscher Sprache. Die im Buch beschriebene Lebensgeschichte sowie der in der Oper wiedergegebene Zeitabschnitt des zweiten Weltkriegs stießen beim deutschen Publikum auf breites Interesse. Valentīna Freimane ehrte das Gastspiel in Berlin mit ihrer Anwesenheit.

Die Eröffnungsveranstaltung für das Gastspiel fand am 27. April im Jüdischen Museum Berlin statt, dem größtem Museum für jüdische Geschichte und Traditionen, und führte rund 200 Menschen zusammen. Die Solistin Inga Kalna und der Opernkomponist Artūrs Maskats führten Fragmente der Oper vor. Valentīna Freimane, die am Ende der Veranstaltung auftrat, begrüßte den Ansatz Europas für die Überwindung des tragischen und widersprüchlichen Kulturerbes sowie das Gedenken an die Holocaustopfer und die Retter der Juden in Lettland.