Gastspiel der lettischen Oper Valentina in der Deutschen Oper Berlin

15.05.2015. 18:37

Im Rahmen des Kulturprogrammes der lettischen EU-Ratspräsidentschaft wird am 19. Mai die Oper des Komponisten Arturs Maskats „Valentina“ als Gastpiel der Lettischen Nationaloper in der Deutschen Oper Berlin aufgeführt.

Im Gedenken an den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, steht die Aufführung unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers Dr. Frank-Walter Steinmeier und des lettischen Außenministers Edgars Rinkēvičs, und spielt eine symbolische Rolle sowohl in den bilateralen deutsch – lettischen Beziehungen, als auch im Kontext der gesamten europäischen Geschichte. Die Geschichte der Oper bekräftigt Mithilfe der Kultur, dass Lettland ein zuverlässiger Partner bei der Sicherung des vereinten und freien Europas ist.

Die Oper ist von der Lebensgeschichte der bedeutsamsten Persönlichkeiten der lettischen Kultur inspiriert – von der Theater- und Kinowissenschaftlerin Dr. Valentina Freimane, und zeigt die tragischen Seiten der Geschichte Lettlands 1939-1944 auf – das Leiden der Gesellschaft Lettlands unter zwei totalitären Regimen. Im Rahmen des von der nationalsozialistischen Okkupationsmacht ausgeführten Holocaust wurden auch in Lettland Tausende von Juden, darunter auch die Familie von Valentina Freimane, vernichtet. Valentina hat im Unterschlupf, dank der Hilfe mutiger und selbstloser Menschen überlebt. Dr. Freimane wird bei dem Gastspiel anwesend sein.

Die Oper beruht auf Motiven eines Teils des Erinnerungsbuchs von Dr. Freimane Adieu, Atlantis. Die Premiere der Aufführung fand in der Lettischen Nationaloper am 5. Dezember 2014 statt, im Ausklang des Programms der europäischen Kulturhauptstadt - Riga.

Die Hauptrolle übernimmt die hervorragende Sopranistin Inga Kalna. Der Regisseur der Oper ist Viestur Kairish, der Dirigent – Modestas Pitrenas. Die Autorin der Szenografie ist Ieva Jurjane. Das Libretto schrieb die Dichterin Liana Langa.

„Die Lebensgeschichte von Valentina Freimane ist von den Ereignissen der lettischen und europäischen Geschichte geprägt und widerspiegelt das Panorama einer Epoche in seiner Breite sowie Widersprüchlichkeit. Die dramatischsten Ereignisse im Valentinas Leben gehen Hand in Hand mit den bedeutsamsten Ereignissen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts einher: nach dem Verlust der Unabhängigkeit Lettlands wurde eine enorme  geistige Kraft benötigt, um physisch wie auch moralisch überleben zu können; in der Oper geht es aber nicht ausschließlich um Politik, sondern auch um große Liebe und tiefe Gefühle,‘‘ erzählt der Komponist Arturs Maskats.

Die am 27. April in dem Jüdischen Museum Berlin stattgefundene Auftaktveranstaltung des Gastspiels sammelte 200 Gäste, denen die Sopranistin Inga Kalna und der Komponist Arturs Maskats Fragmente der Oper darboten. Protagonistin Dr. Freimane hat in ihrem Schlusswort den europäischen Ansatz zur Überwindung des tragischen und widersprüchlichen historischen Erbes und den lettischen Beitrag zur Erinnerung an die Holocaust-Opfer sowie Ehrung der Judenretter hoch geschätzt.

Mehr Informationen unter: https://eu2015.lv/lv/notikumi/kulturas-notikumi/opera-valentina-2015-05-19