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Tourismus

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Willkommen in Lettland - laipni lūdzam Latvijā!


Naturbelassene Landschaften, kilometerlange Sandstrände, historische Städte und vor allem ein reichhaltiges Kulturangebot machen Lettland zu einem immer beliebteren Reiseziel bei den Touristen aus der ganzen Welt. Die abwechslungsreiche Geschichte des Landes hat reichlich touristische Attraktionen hinterlassen. Allein die Hauptstadt Riga kann mit ihren Sehenswürdigkeiten ein mehrtägiges Besuchsprogramm füllen und ist zu allen Jahreszeiten eine Reise wert.


Aus Deutschland gelangt man nach Riga in knapp zwei Stunden direkt von allen größeren Flughäfen, beispielsweise von Berlin, München, Frankfurt oder Stuttgart. Auf einer Fläche von 64.589 km² - etwa so groß wie Bayern - leben in Lettland 2,3 Millionen Einwohner. Schon aus der Luft kann man erkennen, wie dünn das Land besiedelt ist: Flüsse und Seen, Wälder, Moorgebiete und die rund 500 Kilometer lange Ostseeküste prägen die Landschaft. Etwa ein Drittel der Einwohner Lettlands leben in der Hauptstadt Riga, zugleich der größten Stadt des Baltikums.


In Riga hat die Verbindung nach Deutschland eine gut 800-jährige Geschichte. 1201 wurde die Stadt vom Bremer Bischof Albert von Buxhoeveden gegründet. Mit ihren zahlreichen Türmen erinnert die Altstadt stark an die Blütezeiten der Hanse, als Riga ein wichtiges Bindeglied für den Handel zwischen Russland und Westeuropa war. Von dieser sehr weit zurückreichenden Verbindung zeugen das liebevoll restaurierte Schwarzhäupterhaus, die beiden Kaufmannsgilden, die Petrikirche sowie die alten Handwerker-Häuser "Die drei Brüder". Der Rigaer Dom mit seinen Bauelementen aus den Stilepochen Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus steht sinnbildlich für das, was die Altstadt auszeichnet: die Vielfalt. Ein besonderes Highlight ist die Orgel des Rigaer Doms, die zu den größten mechanischen Orgeln der Welt gehört. Die UNESCO hat das historische Stadtzentrum inzwischen zum Weltkulturerbe erhoben.


Schlendert man durch das Stadtviertel rund um die Alberta iela, kann man wunderschöne Jugendstil-Bauten aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts bestaunen. Die prachtvollen Gebäudefassaden sind dekorativ mit verschiedensten geometrischen und natürlichen Formen und Motiven verziert. Besonders empfehlenswert ist auch ein Besuch der fünf riesigen Markthallen in Riga, der ehemals größten Zeppelin-Werft der Welt.


Riga ist nicht nur kulturhistorisch interessant, sondern präsentiert sich heute als eine moderne europäische Stadt. Mit der Riga-Card ist ein verlängertes Wochenende in der lettischen Hauptstadt obendrein ein preiswertes Vergnügen (www.rigacard.lv). Aufgrund seines pulsierenden Lebens wird Riga auch gern als „Paris des Ostens“ bezeichnet. In den Restaurants kann man ein reichhaltiges Angebot lettischer und internationaler Küche genießen, die Rigaer Clubs bieten alles vom Jazz- oder Blues-Konzert bis zum Techno. Im Sommer sind die Straßen voller Leben – zahlreiche Straßencafés sorgen für Erfrischungen und gute Laune. Zudem lockt Riga mit attraktiven Museen, Kunstgalerien und einer Oper von Weltrang. Zwei Jahre lang war Richard Wagner als erster Kapellmeister in Riga tätig, bevor er 1839 die Stadt hoch verschuldet auf der Flucht vor seinen Gläubigern verlassen musste.


Aber nicht nur in Riga, sondern im gesamten Land findet man unzählige Zeugnisse der abwechslungsreichen lettischen Geschichte: Etwa siebzig Kilometer südlich von Riga liegt das nach französischem Vorbild erbaute Barockschloss Rundāle (www.rundale.net). Von der deutschen Geschichte in Lettland erzählen die Ordensburgen von Sigulda und Cēsis sowie die Bischofsburg von Turaida (www.turaida-muzejs.lv), ebenso wie die vielen ehemaligen Gutshöfe Jumurdas muiža und Diķļu pils in Vidzeme. Für katholische Reisende ist die Basilika von Aglona, fünfzig Kilometer nordöstlich von Daugavpils gelegen, ein Muss. Das für wundertätig gehaltene Heiligenbild der Mutter Gottes von Aglona zieht jedes Jahr am 15. August Tausende von Wallfahrern an.


Auch die Naturtouristen kommen in Lettland auf ihre Kosten: Die vielfältige Flora und Fauna bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die in Deutschland bereits ausgestorben oder bedroht sind, wie etwa Weißstörche, Elche, Wölfe und sogar einige Bären.


Jeder der vier Landesteile Lettlands lädt zum Wandern, Reiten, Rad- und Kanufahren ein. In Vidzeme ist die Landschaft hügelig und von großen Waldgebieten bedeckt. Besonders im Herbst lohnt ein Ausflug in den Gauja Nationalpark, um eine Wanderung durch die Wälder oder eine Kanufahrt auf dem Fluss Gauja zu unternehmen. In Latgale liegen die großen Seengebiete Lettlands: Fast dreihundert größere und kleinere Seen breiten sich zwischen den sanften Hügeln dieses Landstriches aus. Das Gebiet Zemgale südlich von Riga ist größtenteils flach und eignet sich besonders gut zum Radfahren. Viele Touren führen an idyllischen Städtchen und beeindruckenden Burgen und Schlössern vorbei. Einen Besuch wert ist der Naturpark Tērvete. Hier spaziert man auf unzähligen, von Holzskulpturen gesäumten Pfaden und Brücken durch verschiedene malerische Landschaftsformen. Der Landesteil Kurzeme wird geprägt durch die Ostsee. Breite, einsame Sandstrände an der Westküste erfreuen Badefreudige und Strandwanderer. Das Horn von Kolka, wo die freie Ostsee in die Bucht von Riga übergeht, ist ein beliebter Treffpunkt für Wind- und Kitesurfer.


Eine lange Tradition in Lettland hat auch das Kur- und Bäderwesen. Historisch entwickelte Kurorte wie zum Beispiel Jūrmala (auf Deutsch: der Strand) laden zum Verweilen und Entspannen ein. Geprägt wird Jūrmala durch die Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Sommerhäuser aus Holz, die damals wie heute den Gästen aus Riga zur Erholung dienen. In Jūrmalas Hauptort Majori lädt die Fußgängerzone Jomas iela zum Flanieren und Abends zum Feiern ein.


Etwa eine Autostunde von Riga entfernt befindet sich die Kinostadt „Cinevilla“ (www.cinevilla.lv). Hier wurde die bisher teuerste Filmproduktion Lettlands "Rīgas sargi" (Wächter von Riga) gedreht, ein historisches Drama über die ersten Tage der unabhängigen Republik Lettland Ende des Ersten Weltkrieges. Als Soldat, Fahnenschwenker oder als Krankenschwester verkleidet, kann sich der Besucher auf eine lange Erkundungsreise durch die verschiedenen Filmsets begeben.


Nicht verpassen sollte man das Sommersonnenwendefest (Jāņi), das am 23. Juni mit dem Līgo vakars beginnt. Das Mittsommerfest – auch Johannesfest genannt – wird von alten Traditionen begleitet. Es werden Gräser und Wiesenblumen gesammelt und Blumenkränze geflochten. Seinen Höhepunkt findet das Sommersonnenwendefest in den riesigen Johannesfeuern, die vor Sonnenuntergang entzündet werden. Der Johanneskäse mit Kümmel (Jāņu siers), die Speckpiroggen (speķa pīrāgi) und selbstgebrautes Bier gehören dazu. Ein besonderes Schauspiel bietet jedes Jahr am Abend des 23. Juni das Open-Air-Kunstmuseum Pedvāle (www.pedvale.lv).


Das größte Musikereignis Lettlands ist das Sängerfest, das alle fünf Jahre in Riga stattfindet. Sänger, Tänzer und Touristen strömen in die lettische Hauptstadt, um den Interpreten zuzuhören oder selbst mitzusingen. Diese Tradition reicht bis in das Jahr 1873 zurück und gehört heute zu den touristischen Großereignissen des Landes. Für Freunde der klassischen und zeitgenössischen Musik bietet der berühmte Konzertsaal Spīķeri in der Speicherstadt von Riga (www.spikeri.lv) ein abwechslungsreiches Programm.


Wer einmal in Lettland war, kehrt immer wieder gern zurück. Überzeugen Sie sich selbst davon und werden Sie ein „Wiederholungstäter“! Laipni lūdzam Latvijā!